Betriebliches Gesundheitsmanagement

Um (langfristig) die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten zu erhalten, zu sichern und zu verbessern baut der AWO Bezirksverband Braunschweig e.V. sein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) aus. Als erster Schritt wurden Begrüßungs- und Fürsorgegespräche eingeführt. Im Jahr 2014 folgen Gesundheitszirkel in 10 Einrichtungen der stationären Altenpflege. Ziel dieser Maßnahmen ist es, einen aktiven Umgang mit dem Thema Gesundheit und eine lösungsorientierte Bearbeitung der Problemlagen in den Einrichtungen anzuregen und zu unterstützen. Auf MA-Ebene können die Aktivitäten und Angebote einen Beitrag zur Entlastung, zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit, zur Personalbindung und zur Verbesserung der Motivation und Zufriedenheit im Team leisten.

Im Folgenden werden die Bausteine Begrüßungs- und Fürsorgegespräche und Gesundheitszirkel näher beschrieben.

Begrüßungs- und Fürsorgegespräche

Begrüßungs- und Fürsorgegespräche (BeFü-Gespräche) sind ein neuer Baustein des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) beim AWO Bezirksverband Braunschweig e.V. und setzen noch vor dem 2010 erfolgreich etablierten Betrieblichen Eingliederungs-management (BEM) an.

Ziel war und ist es, frühzeitig auf Mitarbeiter zuzugehen und in einen Dialog über das persönliche Wohlbefinden und die Gesundheitssituation betreffend zu kommen. Fürsorge und Prävention sollten weit vor dem BEM spürbar sein und wirksam werden können.

Die BeFü-Gespräche sollen dazu beitragen, eine neue Gesprächskultur einzuführen und die Verbesserung und den langfristigen Erhalt der Gesundheit aller Mitarbeiter in den Mittelpunkt zu stellen.

Unterschieden wird zwischen Begrüßungs- und Fürsorgegesprächen. Bei den Begrüßungsgesprächen handelt es sich um kurze informelle Gespräche, die in der Regel direkt am Arbeitsplatz stattfinden. Sie werden durch den direkten Vorgesetzten oder ggf. die Stellvertretung mit Mitarbeitern nach nicht dienstlicher Abwesenheit ab dem 1. Tag geführt, d.h. nach Krankheit, Urlaub, Eltern-/Pflegezeit. Sie bieten die Möglichkeit für einen zeitnahen Informationsaus- tausch. Hierbei wird die Einsatzfähigkeit des Mitarbeiters und weitergehender Gesprächs- und Unterstützungsbedarf geklärt. Das Gespräch wird nicht dokumentiert.

Fürsorgegespräche sind vertrauliche Gespräche zwischen dem direkten Vorgesetzten (mindestens AL) und dem Mitarbeiter, zu denen auf Wunsch der Betriebsrat hinzugezogen werden kann. Sie finden nach genau festgelegter, längerer oder häufiger AU statt. Sie dienen dazu, offen und ohne Druck zum Thema Gesundheit ins Gespräch zu kommen und betriebliche und/oder mitarbeiterbezogene Ursachen für Gesundheitsbeeinträchtigungen zu erkennen. Der Grund der Abwesenheit muss dabei nicht benannt werden.

Die Gesprächsführung durch die Führungskräfte ist grundsätzlich positiv und mitarbeiterorientiert. Im Rahmen der Fürsorgegespräche sollen, in Zusammenarbeit mit den Betroffenen, Wege gefunden werden, wie die Gesundheit und Leistungsfähigkeit langfristig erhalten bleiben bzw. mit welchen Leistungen oder Hilfen neuen Erkrankungen vorgebeugt werden kann. Dies wird in Folgegesprächen überprüft und dokumentiert.

Die BeFü-Gespräche werden durch die direkten Vorgesetzten grundsätzlich mit allen betroffenen Mitarbeitern geführt - auch mit Führungskräften. Bis dato wurden 156 Führungskräfte aller Hierarchieebenen der Altenhilfe in 14 Trainings geschult.

Dirk Bitterberg
Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands,
Leiter des Geschäftsfeldes Familie & Soziale Dienste

„Begrüßungs- und Fürsorgegespräche sind für uns bei der AWO ein wichtiger Beitrag für eine gesundheitsförderliche und mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur. Die Teilnehmerrückmeldungen zu den Führungskräfteschulungen sind sehr positiv und bestärken uns darin, Führungskräfte angemessen auf ihre Aufgabe vorzubereiten.“

Startschuss für die BeFü Gespräche in den Einrichtungen war im Herbst 2012. Um für alle Mitarbeiter Sicherheit und Transparenz für das (noch) neue Vorgehen zu schaffen, wurde auf vielen Wegen (z.B. Beilage zur Gehaltsabrechnung, Artikel in der AWO-Mitarbeiterzeitschrift, den Betriebsrat, mündlich in Dienstbesprechungen und durch die Führungskräfte persönlich) informiert und kommuniziert. Jetzt wird ein Jahr lang in einer Pilotphase die Praxis erprobt. Verbesserungsvorschläge und Erfahrungen in der Umsetzung werden systematisch gesammelt und ausgewertet. Ziel ist eine Optimierung der Prozesse für alle Beteiligten und die Aufnahme des Verfahrens ins QM-System, um es als verbindliches Programm und Management-System in Unternehmen zu verankern.

Gesundheitszirkel

Als zweiter Baustein im BGM sind ab 2014 Gesundheitszirkel in 10 Einrichtungen geplant. Unter Gesundheitszirkeln versteht man eine moderierte, zeitlich befristete, zielgerichtete und lösungsorientierte Gruppenarbeit ausgewählter Mitarbeiter zu gesundheitsrelevanten Themen. Dabei werden arbeitsbedingte Gesundheitsbelastungen analysiert, wichtige Ressourcen zur Bewältigung der Arbeit erfasst und aktiviert und konkrete Lösungs- und Veränderungsvorschläge erarbeitet. Durch die direkte Beteiligung der Beschäftigten und Führungskräfte finden Gesundheitszirkel eine hohe Akzeptanz. Der AWO Bezirksverband Braunschweig verspricht sich mit diesem Instrument ein frühzeitiges Erkennen von Problemen am Arbeitsplatz, eine verbesserte Kommunikation zwischen allen Beteiligten und die konkrete Verbesserung der Arbeitssituation und Arbeitszufriedenheit.

Kontakt:

Nadine Steinhardt
Stabsstelle Personalentwicklung 

AWO Bezirksverband Braunschweig e.V.
Peterskamp 21
38108 Braunschweig

telefonieren0531/390 82 18
zur webseitewww.awo-bs.de
steinhardt@awo-bs.de