Führungsförderungsprogramm

Das Führungsförderungsprogramm beim AWO Bezirksverband Braunschweig e.V. richtet sich an 33 Fach- und Führungskräfte in den Einrichtungen der stationären Altenhilfe. Es hat die Ziele, eine interne Besetzung von Positionen mit Führungsverantwortung durch gezielte Nachwuchsförderung zu ermöglichen und gleichzeitig Mitarbeiter, die Führungspositionen übernommen haben, in ihrer jetzigen Position zu stärken.

Dies geschieht durch die Vermittlung von Kompetenzen welche in der formalen fachlichen Ausbildung normalerweise „zu kurz kommen“. Eine Besonderheit ist dabei die Entwicklungsbegleitung der Teilnehmer durch Führungskräfte der Einrichtungen und Bezirksgeschäftsstelle, welche sich als Mentoren zur Verfügung gestellt haben. Diese wurden speziell für diese Aufgabe geschult und stehen den Teilnehmern (Mentees) im Programm als  unabhängige Ansprechpartner bei.

Im Folgenden werden die Bausteine des Führungsförderungsprogramms beschrieben:

Potentialanalyse zur Ermittlung ihres Entwicklungspotentials und -bedarfs

Die Potentialanalyse aller Teilnehmenden anhand eines strukturierten Verfahrens (ähnlich eines Assessmentcenters) stand am Anfang des Programms. Hier erhielten die Teilnehmenden eine Rückmeldung über ihre Stärken und Lernfelder und verschafften sich Klarheit über ihre beruflichen Ziele. Im Anschluss an die Potentialanalyse besprachen sie mit ihrem Einrichtungsleiter, welche Bausteine des Programms für sie und ihren Entwicklungswunsch zielführend sind. Dies können, entsprechend ihrer Ziele, die Teilnahme an speziellen Seminaren, Lernteams, die Übernahme von Führungsaufgaben auf Probe oder auch Rotation sein. Festgehalten wurde diese Entscheidung in ihrem individuellen Entwicklungsplan.

Mentoring

Während des gesamten Programms werden die Mentees durch speziell geschulte Mentoren auf ihrem Weg begleitet. Ziel des Mentorings ist es, die Mentees bei ihrer persönlichen und/oder beruflichen Entwicklung zu unterstützen. Die Mentees können das Mentoring zum Beispiel dazu nutzen, anhand von konkreten Fällen aus ihrer Arbeitswelt, gemeinsam mit dem Mentor über ihre Rolle, Aufgaben und Entwicklungsschritte nachzudenken.

Dazu finden bedarfsorientierte Treffen zwischen Mentees und ihrem Mentor statt. Wie oft diese Treffen stattfinden und wie sie ausgestaltet werden, ist abhängig von dem Mentee-Bedarf und der Übereinkunft mit dem Mentor.

Bei Fragestellungen, welche nicht von dem Mentee und ihrem Mentor gemeinsam gelöst werden können, haben sie die Möglichkeit, einen externen Coach hinzu zu ziehen.

Als Mentoren haben sich Einrichtungsleitungen, Pflegedienstleitungen, Bereichsmanager und einige Leitungen des Sozialen Dienstes bereit erklärt, die Teilnehmenden auf ihrem Weg zu unterstützen. Die Mentoringtandems wurden per Losverfahren ermittelt. Sowohl Mentoren als auch Mentees wurden durch eine Schulung auf ihre jeweilige Rolle und Aufgaben vorbereitet. Die Mentoren werden in ihrer Tätigkeit durch Workshops begleitet.

Seminare und Lernteams

Es werden sowohl Seminare als auch Lernteams als Programmbausteine angeboten. Abhängig vom Ergebnis der Potentialanalyse wurden den Mentees einige dieser Bausteine besonders empfohlen, sie können aber auch bestimmte Seminare oder Lernteams bei besonderem Interesse an einem Thema in Absprache mit Ihrer Führungskraft zusätzlich belegen.

In den Seminaren werden vor allem fachliche Themen wie Personaleinsatzplanung, wirtschaftliches Handeln, Öffentlichkeitsarbeit und Gespräche mit Externen oder theoretische und praktische Anleitung vermittelt. Einige dieser Schulungen stehen in besonderem Interesse des AWO Bezirksverbands Braunschweig für die Führungskräfte in seinen Einrichtungen. Abhängig von der Ausgangs- und Zielposition der Mentees im Programm werden diese speziellen Schulungen verpflichtend angeboten.

In Lernteams haben die Mentees die Möglichkeit sich vertieft und über einen längeren Zeitraum (5 Termine im Abstand von 5 Wochen) hinweg mit den Themen „Zeit- und Selbstmanagement“, „Selbstwert und Führung“, „Vom Mitarbeiter zur Führungskraft“, „Konfliktmanagement“, „Personalentwicklung für Führungskräfte“ und „Teampotentiale fördern und nutzen“ auseinander zu setzen. Dabei können sie an eigenen Beispielen und mit Feedback durch ihre Kollegen und den Trainer eigene Veränderungsprozesse anstoßen und ihre Erfolge und Probleme kontinuierlich im Lernteam besprechen. Diese Art des Lernens ist sehr interaktiv und setzt bei den Themen der Teilnehmenden an. Inhalte werden nicht nur vermittelt, sondern aktiv und fortlaufend bearbeitet. Somit wird eine nachhaltige Veränderung möglich.

Leitungsaufgaben auf Probe

Dieser Baustein richtet sich an Teilnehmende, die noch keine Führungsrolle innehaben. Während des Programms haben sie die Möglichkeit, Leitungsaufgaben auf Probe zu übernehmen und dadurch erste Erfahrungen in einer Führungsrolle zu sammeln. Solche Leitungsaufgaben auf Probe können sein: interne Auditorentätigkeit (QM), Projektleitung, die Leitung von Themen in einer QM-Fachgruppe, die Leitung von Arbeitsgruppen oder die Übernahme von Stellvertretungen. Die neuen Erfahrungen in der Führungsrolle können dann von den Teilnehmenden mit ihren Mentorinnen oder Mentoren reflektiert werden.

Job-Rotation

Eine Job-Rotation ermöglicht es den Teilnehmenden im Programm, andere Arbeitsweisen kennen zu lernen, sich ein Netzwerk aufzubauen, ihre sozialen Kompetenzen zu stärken und ihre Flexibilität zu erhöhen.

Ein Einrichtungswechsel empfiehlt sich dabei aus organisatorischen und ressourcenbezogenen Gründen vor allem für Pflegefachkräfte. Die Einrichtungswechsel verschiedener Teilnehmender sollten dabei gleichzeitig stattfinden, so dass jeweils ein Teilnehmender auf die durch Rotation freiwerdende Stelle wechseln kann. Dies ist mit den anderen Einrichtungen abzustimmen.

Den Wohnbereich innerhalb der eigenen Einrichtung zu wechseln ist bis zur Ebene der Wohnbereichsleitungen möglich.

Dieser Baustein ist freiwillig und bedarf der Abstimmung mit den Einrichtungsleitungen der rotierenden Teilnehmer.  Die Einrichtungsleitung hat dabei (mit Blick auf ihre Ressourcen) ein Vetorecht.

Workshops

Während des Führungsförderungsprogramms finden drei gemeinsame Workshops statt (Auftakt, Zwischen- und Abschlussauswertung). Die Workshops dienen, durch die Aufnahme von Feedback, zur Reflexion, der kontinuierlichen Verbesserung und zur Abschlussbewertung des Programms.

Kontakt:

Nadine Steinhardt
Stabsstelle Personalentwicklung 

AWO Bezirksverband Braunschweig e.V.
Peterskamp 21
38108 Braunschweig

telefonieren0531/390 82 18
zur webseitewww.awo-bs.de
steinhardt@awo-bs.de