Teilprojekt Bezirksverband Oberbayern e.V.

Der AWO Bezirksverband Oberbayern e. V. betreibt im Regierungsbezirk Oberbayern 22 Seniorenzentren. Der Fachkräftemangel in der Pflege zeigt sich im Umland Münchens bereits besonders deutlich und das hohe Angebot an Ausbildungsplätzen erschwert die Suche nach geeigneten Auszubildenden zunehmend. Andererseits weisen einige der Landkreise einen deutlich höheren Anteil älterer Menschen auf. 2009 lebten in Bayern 1.069.200 Menschen mit einem Lebensalter von über 75 Jahren, dies entspricht einem Anteil von 8,54 %. Bis zum Jahr 2029 steigt dieser Anteil auf 12,35 % (1.549.900). In einigen Landkreisen im Voralpenland, in denen der AWO Bezirksverband Oberbayern e.V. Seniorenzentren betreibt, zeichnet sich eine noch gravierendere Entwicklung ab. In den Landkreisen Berchtesgadener Land (2009 / 10,59 % und 2029 / 14,63 %) und Miesbach (2009 / 9,21 % und 2029 / 14,09 %) zeigt sich dies in besonderem Maße (Quelle: Bayer. Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung).

Die hier skizzierte Situation bewog den AWO Bezirksverband Oberbayern e.V. bereits vor einigen Jahren ihr Ausbildungsengagement zu verstärken. Derzeit stellt die AWO in Oberbayern 11 % der Ausbildungsplätze, hält aber nur 7 % der stationären Plätze vor. Aktuell bildet die AWO 141 Altenpfleger aus. Die im Jahr 2010 in zwei Seniorenzentren durchgeführten „Personalstrukturanalysen“ – deren Ergebnisse für den gesamten Verband Gültigkeit haben – zeigen, dass dieses Ausbildungsengagement nahezu allein zur Aufrechterhaltung des geforderten Fachkräfteanteils erforderlich ist. Knapp 20 % der Fachkräfte sind über 55 Jahre alt und werden in den nächsten 5 bis 10 Jahren die Einrichtungen aus Altersgründen verlassen. In einer der analysierten Einrichtungen stellt der Kreis der über 55-jährigen alle Führungskräfte (Pflegedienst- und Wohnbereichsleitungen). Tendenziell – wenn auch nicht in gleichem Maße – zeigt sich in allen Einrichtungen des AWO Bezirksverbands Oberbayern e.V., dass ein hoher Anteil der Führungskräfte über 50 Jahre alt ist und daher ein erheblicher Qualifizierungsbedarf gegeben ist. Der Träger reagiert hier vorausschauend, indem er wenn möglich die Fachkraftquote in einzelnen Seniorenzentren über die geforderten 50 % erhöht.

Gleichzeitig zeigten die Analysen, dass der Anteil der Fachkräfte zwischen 25 und 40 Jahren unterdurchschnittlich vertreten ist. Grund hierfür ist, dass sich diese Altersstufe oftmals in der Familienphase befindet, belegt aber auch, dass ein erheblicher Anteil der Fachkräfte in der Altenpflege nach kurzer Zeit wieder aus dem Berufsfeld ausscheidet. Bereits nach 3 ½ Jahren haben im Bundesdurchschnitt 50 % der Fachkräfte das Berufsfeld wieder verlassen („Forschungsstudie zur Verweildauer in Pflegeberufen in Rheinland-Pfalz“). Diese Analyse verdeutlicht, dass erhebliche Anstrengungen unternommen werden müssen Mitarbeiter langfristig im Beruf zu halten und an das Unternehmen zu binden. In diesem Teilprojekt soll dies durch die Förderung einer familienbewussten Unternehmenskultur u. durch unterstützende Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Berufsfähigkeit und -motivation erfolgen.

Der AWO Bezirksverband Oberbayern e.V. ist am Verbundprojekt mit folgenden Arbeitspaketen beteiligt:

  • Verbesserung der Berufs- und Familientätigkeit
  • Familienbewusste Dienstplangestaltung
  • Trainingsmaßnahmen zur Stärkung der Emotionsarbeit von Pflegekräften – Emofit®

Kontakt:

Mirjam Diez
AWO Bezirksverband Oberbayern e.V. 

Edelsbergstr. 10
80686 München

telefonieren089/547 14 180
zur webseitewww.awo-obb.de
mirjam.diez@awo-obb.de

AWO-E-LEARNING:

eLearning in der Pflege e.V.